Ungarischer Ziviler Ehrenorden, 2014

Der im Jahr 2010 gegründete Kreis Ars Humanica Hungarica, geschaffen von namhaften Persönlichkeiten der ungarischen Gesellschaft, vergab 2014, im Jahr der Zivilcourage, zum dritten Mal die Auszeichnung des Ungarischen Zivilen Ehrenordens als Anerkennung, die die Wertorientiertheit der heutigen unbefangenen  ungarischen Zivilgesellschaft ausdrückt, an jene Personen, die mit ihren Werken und Taten die Werte des Humanen und des sozialen Mutes gleichermaßen vertreten.

Görgey GáborNach der Eröffnung der Feier drückte der mit dem Kossuth-Preis ausgezeichnete Schriftsteller Gábor Görgey die Hoffnung aus, dass in unserer Heimat die Ehre noch einmal zur Ehre gelangen möge. Nach ihm gedachte der Dichter Zoltán Sumonyi der Familie Batthyányi, deren hervorragendes Mitglied der Ministerpräsident der ersten unabhängigen ungarischen Regierung war und der 1849 den Märtyrertod sterben sollte, die Auszeichnung wird an seinem Geburtstag verliehen.

Pomogáts Béla

Anschließend referierte der Literaturhistoriker Béla Pomogáts über die Gegenwärtigkeit der Zivilgesellschaft und schloss damit, dass es achtbarer sei, ein wertvoller Zivilist zu sein als ein Vasall, ein Parteisoldat.

In der Folge deklamierte die junge Vortragskünstlerin Éva Pasqualini das emblematische Gedicht Endre Adys „März des Feuers“.

Eine Auszeichnung des Jahres 2014 ging an diese hervorragenden Männer (an den Historiker Zoltán Sz. Bíró, den Verleger Gábor Deák, den Pastor Gábor Iványi und den Schriftsteller Rudolf Ungváry), die im Oktober 2012 auf eigenes Risiko und eigene Kosten gleichsam eine Wallfahrt nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, unternahmen, um das armenische Volk im Namen des ungarischen Volkes wegen der von der Regierung verfügten Überstellung des Aseris Ramil Sahir Safarow um Verzeihung zu bitten, der seinen armenischen Kameraden Gurgen Margaryan im Schlaf mit einer Axt ermordet hat. Die Pilger beabsichtigten mit ihrer Fahrt die diplomatischen Spannungen zwischen den Ländern Armenien und Ungarn zu mildern und die Ehre der ungarischen Nation wieder herzustellen. Pastor Tamás Fabinyi würdigte sie, er erinnerte an das 1700 Jahre alte Christentum in Armenien und auch an die mutigen Frauen, die das Grab Christi am dritten Tage aufgesucht haben.

Die andere Auszeichnung wurde Ildikó Harmathy verliehen, der Bauernmarkt von Káptalantót und der dortige öffentliche Raum gehen auf ihre Initiative zurück. Sie hat die Anerkennung mit ihrer Zivilcourage und ihrem Ringen als Staatsbürgerin mit der Arroganz der Macht verdient, durch ihre humanitäre und praktische Idee hat sie das Auskommen von Hunderten zur Freude von Tausenden ermöglicht. Ihre Entschlossenheit und Ausdauer wurde vom Schauspieler und Kossuth-Preisträger Géza D. Hegedűs mit dem höchsten künstlerischen Elan gewürdigt und Ildikó Harmathy wurde als Grande Dame der Zivilcourage gefeiert.

Die 150 Personen im Publikum genossen danach Aram Chatschaturjans Werk: Trio für Klarinette, Violine und Klavier, dargebracht durch den Wiener Klaviervirtuosen Paul Gulda, weiters Enikő Szatmári (Klarinette) und Elvira Vucurevic (Violine).