Ungarischer Ziviler Ehrenorden, 2017

Der Kreis Ars Humanica Hungarica, eine Gemeinschaft von Intellektuellen, die Grundwerte der christlichen Humanität vertritt und verkündet, wurde von Wissenschaftlern, religiösen Würdenträgern, Künstlern und Kunstliebhabern ins Leben gerufen und übergab in diesem Jahr zum sechsten Mal die Auszeichnungen des Ungarischen Zivilen Ehrenordens, der vom Kreis gegründet wurde.

Als Ort der Zeremonie wurde diesmal der Künstlerklub Fészek gewählt, wo der Schriftsteller-Lyriker Gábor Görgey vor großem Publikum Versammlung in seiner Eröffnungsrede mit bedeutungsschweren Worten an die Gesellschaft und die einflussreichen Persönlichkeiten im Gesundheitswesen herantrat. Er berichtete von der Unmenschlichkeit, die der im Vorjahr ausgezeichneten Mária Sándor, der ikonischen „Schwester in Schwarz“, der Jeanne d’Arc des sich im Zerfall befindlichen ungarischen Gesundheitssystems, widerfahren war, von der kompletten finanziellen und existenziellen Verunmöglichung und wie sie durch die ausgrenzende Gleichgültigkeit zum Selbstmordversuch getrieben wurde.

Anschließend brachte der Dichter Zoltán Sumonyi dem Publikum den geschichtlichen Hintergrund näher, der das Datum für die Feierlichkeit bestimmte. Dieses hängt mit dem Schicksal Lajos Batthyánys, des ersten Ministerpräsidenten der unabhängigen ungarischen Regierung, der als Märtyrer gilt, zusammen.

Eine Auszeichnung erhielt die Bewegung Eleven Emlékmű (Lebendiges Denkmal), deren Mitglieder und Unterstützer die Zivilcourage aktiv leben, indem sie seit Jahren mit ihren unaufhörlichen Wahrheitsverkündungen öffentlich der staatlichen Geschichtsfälschung widersprechen und dadurch die Ehre der ungarischen Nation retten.

In seiner Würdigung sprach der Politologe László Lengyel sich auf seine Erinnerungen stützend, von der Verantwortung, die von den Betroffenen bis zum heutigen Tage nicht übernommen wurde und an die ihre Nachkommen die Frage richten können: „Was hast du getan, Vater? Wo warst du, als du hättest handeln sollen?“

Die zweite Auszeichnung durfte Dr. Ferenc Donáth, Oberarzt der Kardiologie, übernehmen. Als Vertreter des zivilen Humanismus unterstützt er mit seinen Helfern seit Jahren vor den Gräueltaten des Krieges Flüchtende und trägt dadurch zur Ehrenrettung der ungarischen Nation bei.

Die Würdigung wurde vom Literaturhistoriker Béla Pomogáts durchgeführt, der seine Rede mit Anekdoten ihrer jahrzehntelangen Freundschaft schmückte.

Beide Preisträger durften schöne und wertvolle Geschenke entgegennehmen, die von der Malerin-Grafikerin-Keramikerin-Emaille Künstlerin Judit Gőcze zur Verfügung gestellt wurden.

Im ersten Teil des darauf folgenden musikalischen Programms bot László Fekete, Oberkantor der Großen Synagoge in der Dohány-Gasse, einen uralten Kaddisch mit seiner gewaltigen Stimme dar.

Danach durften die Anwesenden die Darbietung von Ildikó Iván, Sängerin an der Ungarischen Staatsoper, bewundern, die im schönen Koloratursopran das Lied Zueignung von R. Strauss, sowie aus Gounods Oper Faust Margarethes Arie, die Juwelenarie sang.

Zum Abschluss drückte der Leiter des Künstlerklub Fészek, Tibor Galambos, seine Freude über die schöne und wertvolle Veranstaltung aus und wiederholte die Einladung für das kommende Jahr.

Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen wurde von Ádám Csillag großartig auf Video festgehalten: https://youtu.be/oAH7f_7huvI

Die Veranstaltung fand in einem angenehmen Stehempfang ihren Ausklang.