Ungarischer Ziviler Ehrenorden, 2019

Der Ungarische Zivile Ehrenorden 2019

 

Der Kreis Ars Humanica Hungarica, der die Wertordnung der christlichen Humanität und der fortschrittlichen bürgerlichen Gesellschaft vertritt, wurde von Wissenschaftlern, Geistlichen, Künstlern und Kunstliebhabern gegründet. In seinem Namen wurden am 10. Februar 2019 zum achten Mal die Auszeichnungen des im Jahr 2011 gegründeten Ungarischen Zivilen Ehrenordens im Theatersaal des Künstlerklubs Fészek übergeben.

Einer der Begründer des Kreises, Csaba Kuthi, begrüßte die an die hundert intellektuellen Gäste anlässlich der Übergabe der Auszeichnungen, er sprach mit eingehenden Worten über die heutige, die ungarische Gesellschaft treffende Wertevernichtung seitens der Regierung.

Dann erinnerte der andere Gründer, der Dichter Zoltán Sumonyi an den Grafen Lajos Batthyány, den Ministerpräsidenten der ersten, dem Parlament verantwortlichen ungarischen Regierung, der die Reformgedanken der „Vätergeneration“ weitergeführt hatte und nach der Niederschlagung des Aufstandes gegen die Habsburger 1849 hingerichtet wurde. Der Kreis Ars Humanica Hungarica verknüpft die Überreichung der Auszeichnungen immer mit dem Geburtstag Batthyánys. Zufällig ist dieser Tag ebenso der Geburtstag des ehemaligen Präsidenten der Republik Ungarn, Árpád Göncz. Wie es der Zufall will, fällt seit dem Jahr 2015 auch der Todestag der beiden bedeutenden Staatsmänner zusammen.

Die Gäste hörten dann das Gedicht Zoltán Sumonyis „Herbst 1989“.

Die erste Auszeichnung wurde dem röm. kath. Diakon András Antal überreicht, der in den Zehntausende zählenden Streusiedlungen der Ungarischen Tiefebene seit Jahren schon lebensrettende und lebenserleichternde karitative Aktionen durchführt.

Seine Tätigkeit und seine Verdienste wurden von Miklós Beer, dem Bischof von Vác (Waitzen) gewürdigt, der dabei betonte, András Antal habe, wie von Papst Franziskus den ersten Diakonen des Christentums zugeeignet, „Menschen am Rande aufgesucht und sie gefunden“, indem sie ihnen helfen, dienen und sie heilen.

András Antal entgegnete: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach“, weiters sagte er bescheiden nur, „Wir sind Werkzeuge in Gottes Hand“, Werkzeuge zum Dienen, Lehren und Helfen geeignet.

 

Die andere Auszeichnung wurde den Lehrenden der CEU zugesprochen, dem hervorragenden Lehrkörper, der wie die Lehrer und Meister der klassischen Zeiten, der Jugend auf höchstem Niveau Wissen lehrten und Tugenden beibrachten, die heute in Ungarn nicht als lobenswert gelten, das sind eigenständiges Denken und die Wissenschaft vom Zweifeln, Fragen und das Ergreifen der Initiative.

Der Autor László Bitó würdigte die Meriten des Kollegiums, indem er hervorhob, dass die von den Lehrern der CEU vertretene Denkweise in der sich immer schneller ausbreitenden Globalisierung als eminent wertvolles Beziehungssystem der offenen Gesellschaft wirkte.

Professor Zsolt Enyedi, der Vizerektor der CEU, nahm die Auszeichnung entgegen. In seiner Dankesrede sprach er davon, dass ungarische Wissenschaftler von namhaften Universitäten aus dem Ausland nach Hause gekommen seien, um in Ungarn unterrichten zu können und auch damit dem lange anhaltenden Brain-Drain zu entgegnen. Zugleich ging er auch darauf ein, dass ihr Bekanntheitsgrad hauptsächlich durch die Tätigkeit des Ministerpräsidenten gestiegen sei, aber er legte auch dar, dass das Verunmöglichen der CEU dem Kriegszug gegen die Ungarische Akademie der Wissenschaften gleiche. Beide zerstörten Werte der ungarischen Wissenschaft.
 

Die Gäste hörten danach János Bródys wunderbaren Lieder an, dann nahmen sie Teil an einer Agape von wahrlich klösterlicher Schlichtheit, das Angebot war geradezu sakral zu nennen, Brot und Wein; die von den Gästen gesammelten Gaben wurden András Antal überreicht, um seine weitere Arbeit zu unterstützen.

Ádám Csillag hat den folgenden Videofilm über das Fest gedreht: